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Vom Ei zum Huhn

Gerne wird behauptet, zuerst war das Huhn da, dann kam das Ei. Eine logische Schlussfolgerung, aber nur auf den ersten Blick. Es war nämlich das Ei, das lange vor dem Huhn existent war. Forschungen zufolge könnte seine Entwicklung schon vor einer Milliarde Jahren begonnen haben. Allerdings nicht in der Form, wie wir es von unseren heutigen Hühnern kennen. Ein Blick auf die Geschichte unseres Haushuhns bringt ein wenig Licht in diese gewagte Behauptung.

Die Ahnen unseres braven Haushuhns waren eierlegende und zudem ziemlich gefährliche Raubsaurier. Die Veränderungen im Laufe der Geschichte von den tonnenschweren, zweibeinigen Echsen aus der Linie der Raptoren, bis hin zum flugfähigen Huhn von heute, dauert eben seine Zeit. Die Reptilienschuppen tauschten sie dabei schon vor gut 150 Millionen Jahren gegen Federn ein. Lediglich die Schuppen an den Füssen zeugen bis heute von ihren Vorfahren – genau wie das Gelege!

Wobei wir wieder bei unserem Ei angekommen wären, das angesichts der evolutionären Entwicklung also definitiv vor dem Huhn da war, heute jedoch mit einer festeren Kalkschale versehen ist. Vom Urvogel, dem gefiederten Dinosaurier, bis zum Haushuhn war es also ein sehr langer Weg. Das Rote Kammhuhn (Bankivahuhn) gilt in der Geschichte als Stammvater unseres Haushuhns. Bisherige Studien zeigen, dass vor fast 8'000 Jahren Menschen in Asien aus dem Bankivahuhn die ersten Hausrassen domestizierten, wie Knochenfunde aus der Jungsteinzeit belegen.

Damals entwickelte sich der Mensch weg vom Jäger und Sammler, hin zum sesshaften Bauern. In Mitteleuropa gab es die ersten Belege dafür, dass Menschen Hühner hielten, in der frühen Eisenzeit. Damals wurden sie allerdings ausschliesslich im Stall gehalten, da sie wenig standorttreu und zudem sehr gut flugfähig waren. In Spanien waren es die Phönizier, die im 1. vorchristlichen Jahrtausend Hühner domestizierten, in der Schweiz sind es Funde aus dem 5. /4. Jahrhundert v. Chr., die eine Hühnerhaltung vermuten lassen. Im griechischen Kulturraum wurden Hühner vor allem für Hahnenkämpfe und weniger zum Verzehr gehalten.

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